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Neuer Hauswart: «Mit Kindern schimpfe ich nicht, ich erkläre»

Bruno Schreiner ist neuer Hauswart der Siedlung Kronenwiese. Er sagt, wie er tickt, wann er wütend wird und was er gerne hat.

Woher kommen Sie?

Ich komme aus der Stadt Luzern. Wer meinen Dialekt hört, merkt das sofort. In Luzern habe ich auch schon eine grosse Liegenschaft betreut. Später machte ich mich selbständig als Hauswart. Nach drei Jahren mussten meine Frau und ich uns eingestehen, dass sich die Selbständigkeit nicht lohnt. Der nächste Job winkte dann im Zürcher Oberland. Wir sind nun schon 14 Jahre im Kanton Zürich. Den letzten Job hatte ich als Hauswart in einer Genossenschaft in der Stadt Zürich.

Wohnen Sie in der Stadt Zürich?

Ich wohne in Wetzikon, ich möchte bewusst etwas Abstand zur Siedlung haben, die ich betreue. Ich wohnte schon einmal in einer Siedlung, in der ich arbeitete. Aber das war nicht gut. Man wird dann immer angesprochen. Man hat quasi nie Feierabend.

Warum wurden Sie Hauswart?

26 Jahre ist das jetzt her, als ich und meine Frau zusammenzogen. Wir bekamen Kinder und suchten eine Wohnung. Zu dieser Wohnung war gleichzeitig ein Hauswarts-Job ausgeschrieben. Wir sagten uns, dass wir so als junge Familie Geld sparen können und haben den Job dann gemacht. Das war der Einstieg.

Was ist für Sie ein guter Hauswart?

Der kann gut zuhören und auf die Probleme der Mieterinnen und Mieter eingehen. Das ist allerdings nicht immer einfach. Ich betreue für die Stadt drei Siedlungen mit 380 Mietparteien.

Da müssen Sie viel zuhören …

… genau. Man kann sich dann nicht immer die Zeit nehmen, die man eigentlich will. Da muss ich halt dann mal sagen, dass ich weiter muss. Die meisten Leute begreifen das auch.

Was machen Sie denn mit schwierigen Mietern, die nicht so wollen wie Sie wollen?

Das ist eben dann oft Verwaltungssache. Ich muss das dann halt weitermelden.

In welchen Fällen schreiten Sie denn ein?

Ein klassischer Fall sind für mich die Treppenhäuser. Das ist für mich der Flucht und Rettungsweg. Ich hab schon Fälle gesehen, in denen die Ambulanz erst gekommen ist, nachdem die Feuerwehr das Treppenhaus freigeräumt hat. Ich war mal in der Feuerwehr. Es sollte nichts Brennbares in den Treppenhäusern sein. Ein oder zwei paar Schuhe sind in Ordnung, aber mehr nicht. Es geht um die Sicherheit, da müssen wir nur schon wegen des Gesetzes handeln.

Sonst noch Beispiele?

Es gibt auch immer wieder Streit unter den Mietern in der Waschküche, weil es dreckig ist. Da wird es dann schwierig zum Vermitteln. Das klappt selten, denn das Schmutzempfinden ist bei den Leuten eben unterschiedlich. Das muss dann meistens via Verwaltung gelöst werden.

Sie haben es vorhin gesagt, 380 Mietparteien. Wie muss man sich Ihren Job vorstellen?

Ich mache eigentlich nur noch Kleinreparaturen. Für alles andere habe ich gar keine Zeit mehr. Hauptaufgabe ist delegieren, organisieren, kontrollieren, Aufträge erteilen. Deshalb bin ich auch sehr drauf angewiesen, dass mir die Mieter melden, wenn etwas kaputt ist. Hier scheint das in manchen Häusern nicht immer der Fall zu sein.

Was haben Sie denn gesehen?

Also hier in dieser Siedlung war beispielsweise in einem Haus in der Waschküche das Waschbecken aus der Wand gerissen. Dass dies die Mieter nicht melden, hat mich schon erstaunt. Auch gesehen habe ich, dass es in den Häusern unter der Treppe viel Gerümpel hat. Da wird es ein Rundschreiben an die Mieterinnen und Mieter geben mit einem Ultimatum, bis wann die Sachen weggeräumt werden müssen. Der Rest wird entsorgt.

Wie haben Sie es mit Kindern?

Mit Kindern schimpfe ich nicht. Ich erkläre es ihnen. Ich habe selber Kinder und war auch schon in einer kinderreichen Überbauung Hauswart, auch mal in einem Schulhaus mit Jugendlichen. Wenn man den Kindern erklärt, warum etwas nicht geht, funktioniert das gut. Oder wenn Kinder etwas kaputt gemacht haben, haben wir es jeweils hinterher miteinander repariert. Da habe ich gute Erfahrungen gemacht.

Was machen Sie mit Littering?

Abfall auf dem Boden, das nervt mich nicht mehr. Das bringt nichts. Das ist ein Übel, das wir leider in unserer Gesellschaft haben. Hier so zentral in Zürich, da muss der Abfall nicht mal von den Mietern selber kommen. Was soll ich denn da den Mietern sagen? Wenn ich natürlich grad jemanden sehe, der Papier auf den Boden wirft oder Abfall stehen lässt, dann spreche ich ihn schon an. Da bin ich auch froh, wenn die Mieter einen Verursacher ansprechen, wenn sie zufällig jemanden sehen.

Wie gehen Sie mit Anregung und Wünschen der Mieterinnen und Mieter um? Also Pingpong-Tisch, Bepflanzungs-Ideen und anderes?

Solche Anregungen finde ich toll. Wenn es realistisch ist, dann sage ich den Mietern meistens, sie sollen einen Vorschlag zur Umsetzung machen. Am Schluss ist es dann Sache der Verwaltung, etwas zu bewilligen.

Wann werden Sie so richtig wütend?

Wenn man mich anlügt. Ich höre inzwischen, wenn jemand lügt. Das merkt man der Tonlage an. Ich habe lieber, wenn jemand mir offen sagt, dass ihm beispielsweise etwas in die Brüche gegangen ist. Dann kann man zusammen eine Lösung finden. Lügen bringt bei mir nichts, denn ich bin schon lange Hauswart und ich weiss ungefähr, was kaputt gehen kann und was nicht.

Sie sind noch nicht so lange hier. Ihr erster Eindruck von der Kronenwiese?

Ich habe die Homepage gesehen. Ich denke, in der Kronenwiese hat es Mieter, die innovativ sind, die etwas machen wollen. Das finde ich gut. An andern Orten hat man das nicht oder weniger. Die Mieter wollen schlafen und gehen dann wieder zur Arbeit. Der Kontakt untereinander bleibt gering. Das ist hier anders. Ich freue mich auf die Kronenwiese.

(Beitrag erstellt am 15. Juli 2019)

So sind Hauswart und Verwaltung erreichbar

Für Reparatur und Unterhaltsarbeiten kann man sich an Bruno Schreiner wenden. Er ist erreichbar zwischen 7.30 und 8.30 Uhr.

Seine Email ist Bruno.Schreiner@zuerich.ch. Telefon 044 412 54 76

Wer auf der Verwaltungsebene ein Anliegen hat, kann sich an Stefan Keller wenden. Tel. 044 412 53 13 / stefan.keller@zuerich.ch oder an die

Assistentin Adele Hussain. Tel. 044 412 52 71 /  adeela.hussain@zuerich.ch

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